In den frühen Morgenstunden des 2. Juni 2024 entstand in der Annahmehalle der MBA Cröbern ein Abfallbrand. Vermutlich durch Selbstentzündung, u.U. einem defekten Lithiumionen Akku, geriet eine kleinere, am Vortag angelieferte Sperrmüllmenge in Brand. Der Brand war dank des raschen und konsequenten Eingreifens der ortsnahen Feuerwehren Großdeuben, Böhlen, Großpösna, Störmthal-Güldengossa, Stadt Borna, Elstertrebnitz recht schnell unter Kontrolle und abgelöscht, so dass die Kameraden der FFW um ca. 7:00 Uhr wieder abrücken konnten.
Es gab bei der Feuerwehr leider während des Einsatzes 2 Verletzte. Die Sachschäden lassen sich exakter erst nach Begutachtungen Anfang der Woche beurteilen. Betroffen sind Dacheinbauten wie die Rauchwärmeabzugsanlagen, Beleuchtungseinrichtungen u.a. Derzeit ist von einem Sachschaden im unteren sechsstelligen Bereich auszugehen.
Eine Gefährdung der angrenzenden Bevölkerung durch Rauchgase bestand zu keinem Zeitpunkt.
Was wir bisher zur Brandentstehung und Erstbekämpfung wissen
In der MBA-Annahmehalle ist ein System aus zwei Infrarotkameras und sogenannten Löschmonitoren installiert. Die Kameras scannen fortlaufend die Oberflächentemperatur und haben auch den Alarm an die Feuerwehr ausgelöst. Bei den Löschmonitoren handelt es sich um „Wasserkanonen“ bzw. Werfer, die ab höheren Temperaturen mit den Kamerainformationen gezielt die Hitzestellen ansteuern und ablöschen. Wann und warum dieses System im Verlauf ausgefallen ist, wird grade durch die Auswertung der Dateien mit der Herstellerfirma geklärt. Mit diesen Erkenntnissen kann wahrscheinlich auch genaueres zur Brandursache gesagt werden. Zurzeit können wir nur auf die allgemein bekannten Brandquellen im Abfall hinweisen – unsachgemäß entsorgte Chemikalien, Lithium-Ionen-Akkus, Batterien u.a. Unter Umständen war es auch eine unglückliche Kombination von einem Brandverursacher und einem Brandbeschleuniger, denn die Ausbreitung war nach einer gewissen Zeit ungewöhnlich schnell. Ein technischer Defekt der MBA am Brandentstehungsort kann bereits ausgeschlossen werden.
Vorübergehend haben wir das Notfallzwischenlager auf dem Deponiegelände wieder aktiviert. Die Abfallsammlung in den Kommunen konnte so erst einmal ungestört weiterlaufen.
Ein statisches Gutachten hat bereits ergeben, dass das Hallendach statisch sicher ist und auch das Dach weitergenutzt werden kann. Geschädigte Konstruktionselemente wie Lampen, RWAs (Rauchwärmeabzugsanlagen) etc. wurden entfernt bzw. ersetzt, so dass die Halle bereits in der letzten Woche wieder zur Annahme genutzt werden konnte.
© Feuerwehr Neukieritzsch





